Wenn man derzeit den Fernseher anmacht, scheint es nur noch ein einziges Thema zu geben: Die Corona-Pandemie. Vor allem wenn man die dramatischen Bilder aus Italien sieht, drängt sich einem die Frage auf: Wird es bei uns auch so schlimm? Das macht Angst und die führt dazu, dass unser Gehirn nicht mehr so effizient arbeiten, wie es gut für uns wäre. Ansonsten würde vielleicht mehr Menschen auffallen, dass das, was da gerade in unserem Nachbarland passiert, zwar dramatisch ist, die dazugehörigen Zahlen, die uns vermittelt werden, jedoch völlig aus dem Kontext gerissen wurden.

Zahlen ohne Kontext machen nur eines: Unnötige Angst!

Mit Kontext meine ich z.B. Informationen wie diese: In der besonders schwer betroffenen Region Lombardei in Norditalien gibt es eine extrem hohe Feinstaubbelastung. Menschen, die dort schon länger leben, haben oft eine vorgeschädigte Lunge und sind entsprechend anfälliger. Zudem leidet das italienische Gesundheitssystem seit Jahren unter den drastischen Sparmaßnahmen der Regierung. Es fehlt an Material und Personal, und das schon lange vor der Corona-Krise. Das wirkt sich längst auch auf die Krankenhaushygiene aus. Wenn Menschen wegen einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus kommen, dann aber an den Folgen einer schweren Lungenentzündung sterben, weil Sie sich mit multiresistenten Krankenhauskeimen infiziert haben, dann ist auch das ein wichtiger Kontext, der berücksichtigt werden sollte. So starben laut einer Veröffentlichung des ECDC (European Center of Disease Control) alleine 2015 in Italien viermal soviel Menschen an nosokomialen Infektionen, wie in Deutschland. Also auf Grund einer Infektion, die auf mangelnde Krankenhaushygiene zurückzuführen ist.

Da es um die Hygiene in deutschen Krankenhäuser wesentlich besser bestellt ist, ließe sich alleine aus dieser Tatsache hochrechnen, das die Todesfälle bei uns um wenigsten 75% niedriger ausfallen dürften, als in Italien. Berücksichtigt man noch weitere Faktoren, wie z.B. die Anzahl vorhandener Beatmungsgeräte und vieles mehr, verbessern sich die Zahlen abermals zu unseren Gunsten. Diese Form der Hochrechnung fehlt jedoch bis jetzt, wenn die Medien über die Corona-Krise berichten. Im Klartext heißt das: Schützen Sie sich, gehen Sie verantwortungsbewusst mit sich und den Menschen in Ihrer Umgebung um, aber lassen Sie sich nicht von Zahlen und Pseudofakten verrückt machen, die völlig aus dem Kontext gerissen wurden, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wir werden auch diese Krise überstehen und dann auf alles, was noch irgendwann auf uns zukommen könnte, umso besser vorbereitet sein.

Mein Tipp: Die Angst vor dem Virus ist für so manchen schädlicher, als das Virus selbst. Lassen Sie es nicht soweit kommen und trainieren Sie Ihr Gehirn täglich 20 Minuten mit der 10-Satz-Methode, so wie es in meinem ersten Buch „Panikattacken und andere Angststörungen loswerden“ beschrieben ist. Denn das, worauf Sie sich fokussieren, bestimmt in entscheidendem Maße die Qualität Ihres Lebens.